Frankenwald

Der Frankenwald liegt zwischen dem Thüringer Wald im Nordwesten, dem Hofer Land (Bayerisches Vogtland) im Osten, dem Fichtelgebirge im Südosten und dem Obermainland im Süden; der Übergang zum Thüringer Wald ist mit fließend, jener zum Fichtelgebirge verläuft über die Münchberger Hochfläche. Einige Gemeinden im südöstlichen Thüringen zählen zum Frankenwald, der zusammen mit dem Thüringer Schiefergebirge und dem Vogtländischen Schiefergebirge das Saalische Schiefergebirge bildet. Als Frankenwald wird unter Berücksichtigung morphographischer Werte das Gebiet vom Südwestrand des Saalischen Schiefergebirges bis zu den Kammhöhen bezeichnet.

Zu den Bergen des Frankenwalds gehören sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalnull (NN):

  • Döbraberg (794 m), bei Schwarzenbach am Wald, Bayern
  • Wetzstein (792 m), bei Brennersgrün, Thüringen
  • Schneidberg (758 m), bei Geroldsgrün, Bayern
  • Spitzberg (729 m), bei Geroldsgrün, Bayern
  • Kulmberg (727 m), bei Schlegel, Thüringen
  • Steinigter Hügel (712 m), bei Geroldsgrün, Bayern
  • Geuserberg (708 m), bei Geuser, Bayern
  • Friedelhorn (700 m), bei Langenbach, Bayern
  • Knöcklein (692 m), bei Carlsgrün, Bayern
  • Radspitze (678 m), bei Marktrodach, Bayern
  • Klößberg (664 m), bei Rotlacherbrunn Titschendorf, Thüringen

Den Charakter des Frankenwalds beschreibt der folgende – nur auf den ersten Blick widersprüchliche – Satz: Im Frankenwald gibt es keine Berge – da gibt es Täler. Eine große Zahl an schmalen, überwiegend parallel verlaufenden Tälern zwischen Werra, Itz und Steinach im Nordwesten und den Quellästen des Weißen Mains im Südosten greift in das Gebirge ein.

Der Frankenwald ist ein waldreiches Gebiet. Meist findet man Fichtenwälder, seltener Laubwälder. Früher dominierte Rotbuche und Tanne und es gab nur wenige Fichten.

Die Geologie des Frankenwalds besteht zu großen Teilen aus Grauwacke und Tonschiefer des Unterkarbons. An der Fränkischen Linie, einer Verwerfungszone, grenzt er an den Muschelkalk des Obermainlands. Wissenschaftlich wird unterschieden zwischen dem Frankenwald im engeren Sinn (westlich von Selbitz) und dem Frankenwald (Überbegriff für die drei Gebiete Frankenwald im engeren Sinn, Münchberger Hochfläche und Bayerisches Vogtland).

Am westlichen Rand des Frankenwalds, zwischen Gundelsdorf im Süden und Rothenkirchen im Norden liegt das dreigeteilte Stockheimer Becken, eines der wenigen Rotliegend-Becken in Bayern. In ihm finden sich u. a. saure Vulkanite, vulkanogene und lakustrine Sedimente des Perms (vorwiegend Schiefer, Sandsteine und verschiedene Konglomerate) sowie einige geringmächtige Steinkohleflöze, die bei Stockheim und Neuhaus-Schierschnitz bis in die 1960er-Jahre unter Tage abgebaut wurden.

Der erwähnte Schiefer gestaltete die Häuser – noch heute wird zur Dacheindeckung das „blaue Gold“ verwandt und prägt die Frankenwalddörfer.

Viele Orte wie Schwarzenbach am Wald oder Bad Steben sind aufgrund ihrer Höhenlage und des Reizklimas staatlich anerkannte Luftkurorte und steuern somit einen großen Teil zum Einkommen der Bevölkerung bei.

Die Frankenwäldler sind eng mit ihrem Wald verbunden. Er war Grundlage für ihren Lebensunterhalt in Glas- und Porzellanindustrie, Flößerei, Köhlerei und den zahlreichen Schneidmühlen. Bis nach Amsterdam brachten die Flößer auf Main und Rhein Frankenwaldtannen. Noch heute wird die Flößerei auf der Wilden Rodach bei Wallenfels touristisch betrieben.

Die Besiedlung des Frankenwaldes, des früheren Nortwaldes, begann im 13. Jahrhundert zunächst auf den bewaldeten Hochflächen. In Rodungsinseln entstanden die ersten Siedlungen mit den heute noch erkennbaren Siedlungsformen Waldhufen- und Rundangerdorf. Musterbeispiel für ein guterhaltenes Rundangerdorf ist die Ortschaft Effelter im Landkreis Kronach, die heute ein Ortsteil von Wilhelmsthal ist. Erst später fand die Besiedlung der Täler statt und es entstanden die typischen Wiesentäler.

Deswegen wird der Frankenwald geprägt von den drei Landschaftselementen:

  • Gerodete Hochflächen
  • Bewaldete Hänge
  • Wiesentäler

Im Osten – in der Gegend um Naila und Schwarzenbach am Wald – herrscht eine eher sanft gewellte Hochplateaulandschaft vor. Im Westen dagegen – im Landkreis Kronach – wechseln sich enge Wiesentäler, bewaldete Hänge und gerodete Hochflächen ab.

Durch den Frankenwald bzw. an seinem Rand verlaufen die Bahnlinien München–Berlin, Lichtenfels–Kulmbach–Hof, Saalfeld–Blankenstein, Münchberg–Helmbrechts, Hof–Naila–Bad Steben, die Bundesautobahn 9 und die Bundesstraßen 173, 85, 289, 2 und 303.

Sehenswürdigkeiten

  • Festung Rosenberg über der historischen Altstadt von Kronach,
  • Mantelburg bei Lauenstein,
  • Markgrafenkirche in Seibelsdorf/Marktrodach
  • Wasserschloss Mitwitz in Mitwitz
  • Wallfahrtsbasilika „Mariä Heimsuchung“ in Marienweiher bei Marktleugast, als eine der ältesten Wallfahrtskirchen in Deutschland
  • vereinzelt gut erhaltenen Wehrkirchen z.B. in der Gemeinde Steinbach am Wald welche früher zum Schutz der Bevölkerung dienten.

Naturschönheiten

  • Höllental bei Bad Steben mit den Aussichtspunkten Hirschsprung und König David
  • Radspitze und der Ecksche Höhenweg
  • Steinachtal und der Mühlenweg bei Stadtsteinach
  • Rennsteig am Schönwappenweg und am Wetzstein
  • Schorgasttal bei Wirsberg
  • Weißenstein bei Stammbach
  • Rodachtal mit der Wilden Rodach
  • Loquitztal bei Lauenstein
  • Kremnitztal bei Gifting
  • Teuschnitzer Aue
  • Döbraberg bei Schwarzenbach am Wald

Tourismus

  • Inlineskaten und Radfahren um die Ködeltalsperre
  • Floßfahrten auf der Wilden Rodach in Wallenfels
  • Klöppeln in Nordhalben
  • Rodachtalbahn zwischen Steinwiesen und Nordhalben
  • Kur und Wellnessurlaub in Bad Steben, höchstgelegenes bayerisches Staatsbad mit Therme
  • Besuch des einzigen, in Bayern noch in Betrieb befindlichen Schieferbergwerks in Lotharheil bei Geroldsgrün
  • Wandern auf insgesamt 3500 Kilometern markierter Wanderwege, wie zum Beispiel dem Rennsteig, dem zertifizierten Frankenweg, dem Fränkischen Gebirgsweg oder dem Wanderwegenetz des Frankenwaldvereins
  • Radfahren z. B. auf dem Tettauradweg oder Mountainbiking auf einem der beiden MTB-Strecken-Netze am Döbraberg oder am Rennsteig (insgesamt 300 Kilometer bei 8000 Höhenmetern)
  • Skilanglaufen (insgesamt ca. 500 Kilometer markierte Langlaufstrecken)
  • Alpinskifahren an insgesamt 16 Liften

Frankenwaldhochstraße – Streckenverlauf und Sehenswertes an der Strecke:

  • Kronach (Festung Rosenberg)
  • Friesen (Pfarrkirche)
  • Steinbach a. Wald (Wehrkirche)
  • Ludwigsstadt (Schiefermuseum)
  • Burg Lauenstein
  • Hasslach (Wallfahrtskirche Vierzehnnothelfer)
  • Nordhalben (Klöppelschule und internationale Spitzensammlung)
  • Bad Steben (Kuranlagen)
  • Hölle (Wandergebiet Höllental mit Aussichtspunkt)
  • Selbitz (Lokland – Modelleisenbahnausstellung)
  • Schauenstein (Feuerwehrmuseum)
  • Helmbrechts (Oberfränkisches Textilmuseum)
  • Grafengehaig (Heilig-Geist-Kirche, mit Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert)
  • Marktleugast (katholische Pfarr- und Wallfahrtsbasilika Maria Heimsuchung in Marienweiher)
  • Kupferberg (Bergbau-Museum)
  • Stadtsteinach (Heimatmuseum, Schneidsäge am Hochofen)
  • Marktrodach (Flößermuseum Unterrodach)

Flüsse
Der Frankenwald liegt zwischen dem Main im Südwesten und der (sächsischen) Saale im Nordosten. Dem Main zu fließt die Rodach mit ihren Nebenflüssen Haßlach und Kronach sowie die Schorgast. Die Selbitz im östlichen Frankenwald und die Loquitz im Norden münden in die Saale. Zwischen den Zuflüssen zu Saale und Main verläuft im Frankenwald die Europäische Wasserscheide zwischen Elbe und Rhein.

Sonstiges

Den Naturpark Frankenwald bilden Teile des Landkreises Kronach und der Nachbarkreise Hof und Kulmbach. Im Naturpark liegt die Ködeltalsperre, die größte Trinkwassertalsperre Bayerns, die mit ihren 21 Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen fast die gesamte oberfränkische Bevölkerung (circa 430.000 Einwohner) mit Rohwasser versorgt.

Der Frankenwaldverein ist ein Heimat- und Wanderverein. Er pflegt Brauchtum und Geschichte im Frankenwald und unterhält ein dichtes Netz von Wanderwegen. Der Verein wurde in Naila gegründet. Der Frankenwaldverein setzt Technologien wie GPS für Wanderungen ein.

Text aus Wikipedia entnommen

Ködeltalsperre bei Nordhalben