Im „Zentrum der Hilfe“ in Steinbach am Wald ist nun auch das Blaue Kreuz vertreten

Meldung vom 02.08.2019

Im „Zentrum der Hilfe“ in Steinbach am Wald ist nun auch das Blaue Kreuz vertreten


Johanna Gärber (Blaues Kreuz, links), Bürgermeister Thomas Löffler sowie Christa Körner und Irene Piontek von der Caritas freuen sich über das erweiterte Angebot des Beratungshauses. Foto: Heike Schülein

Steinbach am Wald /Kronach — Seit zehn Jahren gibt es das Beratungshaus für die Rennsteigregion in Steinbach/Wald. Ratsuchende finden hier Hilfe in vielfältigen Belangen. Mit dem neu hinzukommenden Blauen Kreuz konnte das Angebot nun noch einmal erweitert werden.

Nachdem das Beratungshaus zuvor im evangelischen Pfarrhaus untergebracht war, bezog man im November 2018 neue Räumlichkeiten in der Rennsteigstraße 19. Dort sind bislang die Awo, Caritas, Diakonie, KAB und, damals hinzukommend, die Koordinierungsstelle Bürgerschaftliches Engagement unter einem Dach vertreten. Ab sofort bietet hier auch das Blaue Kreuz seine vielfältige und flexible Hilfestellung für suchtmittelabhängige Menschen an. Die offene Sprechstunde erfolgt jeden ersten Montag im Monat zwischen 14 Uhr und 18 Uhr. Am Dienstag stellte Johanna Gärber, Einrichtungsleiterin des Blauen Kreuzes am Standort Kronach – eine Außenstelle des Blaukreuzzentrums Coburg –, ihre Hilfseinrichtung vor.

In Coburg werden seit circa neun Jahren nunmehr über 30 suchtmittelabhängige Menschen im Rahmen des ABW unterstützt. Neben Alkoholabhängigen werden auch Suchtmittelerkrankte wie beispielsweise Abhängige von Cannabis, Heroin, Crystel oder anderen Substanzen sowie Betroffene mit Doppeldiagnosen betreut. Im Juni 2017 erweiterte das Blaue Kreuz sein Angebot auf die Landkreise Kronach und Lichtenfels.

Sehr freue man sich, so Gärber, nun auch in der Rennsteigregion eine solche Anlaufstelle anbieten zu können. Im Gegensatz zu den weiteren Angeboten des Beratungshauses handelt es sich dabei um eine offene Sprechstunde, wofür eine Anmeldung nicht erforderlich ist.
„Für manche Abhängige stellt es durchaus eine Herausforderung dar, telefonisch einen Termin auszumachen und diesen auch einzuhalten“, verdeutlichte sie. Die Anzahl ihrer Klienten erhöhe sich stetig. Momentan betreuen ihr Kollege und sie am Standort Kronach 20 suchtkranke Menschen durch alle Bevölkerungsschichten zwischen 24 und 70 Jahren – insbesondere Alkoholabhänge. Stark vertreten sei auch eine Abhängigkeit von Chrystal. Sehr dankbar über die Erweiterung des wohnortnahen Beratungsangebots zeigte sich Steinbachs Bürgermeister Thomas Löffler (CSU). Auch am Rennsteig gebe es „Brandherde“. Leider werde bisweilen die Abhängigkeit – hier denke er insbesondere an Alkohol – in der Öffentlichkeit als lapidar abgetan. Sehr froh zeigte er sich, eine Reihe solch starker Sozialpartner an der Seite zu haben. Erfreulicherweise könne das Beratungsnetzwerk im September noch einmal erweitert werden, wenn dann jeweils am Dienstagsvormittag Hebammen eine freie Sprechstunde anbieten.

Leiterin der Sozialen Hilfe im Caritasverband ist Sozialpädagogin Irene Piontek; Ansprechpartnerin für das Beratungshaus für die Rennsteigregion und Koordinatorin vor Ort ihre Kollegin Christa Körner. Beide zeigen sich dankbar für die Unterbringung in den schönen Räumlichkeiten in der Rennsteigstraße. Hierdurch konnten die Außensprechstunden aufrecht erhalten werden, nachdem eine Weiternutzung der früheren Räume nicht mehr möglich gewesen sei.

Die anstehende Erweiterung um das Angebot der Hebammen stelle eine weitere Ergänzung für die Unterstützung junger Familien dar. „Im Beratungshaus wird das ganze Portfolio für einen guten Start ins Leben abgedeckt“, freute sich Piontek.

Löffler regte eine enge Zusammenarbeit des Blauen Kreuzes mit der Schule in Windheim an – zum Beispiel durch Vorträge, dem Gärber gerne nachkommen will. Das Beratungshaus versteht sich als Angebot für den gesamten nördlichen Landkreis. Alle Hilfeleistungen sind kostenlos. hs

aus "Fränkischer Tag" vom 01.08.2019

Kategorien: Aktuelles