Windheim und Hirschfeld haben Nase vorn

Meldung vom 05.10.2016

Schmuck waren sie schon immer. Nun sind sie auch preisgekrönt. Für die Kreissieger im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden" geht es in die nächste Runde.


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Landrat Oswald Marr zeichnete Windheim und Hirschfeld, die Sieger beim Kreisentscheid "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" aus. Im Bild (von links): Gartenbaukreisvorsitzender Fritz Pohl, Wendelin Vetter (Windheim), Bürgermeister Klaus Löffler und Landrat Oswald Marr. Foto: Fleischmann

Steinbach am Wald - In der festlich geschmückten Rennsteighalle sind die beiden Kreissieger im 26. bayernweiten Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden" durch Landrat Oswald Marr im Beisein von Kreisfachberater Engelbert Singhartinger ausgezeichnet worden. Seit den Anfängen im Jahr 1961 hat sich der ursprünglich reine Dorfverschönerungswettbewerb zu einer wichtigen Initiative des ländlichen Raumes entwickelt. In der Kategorie bis 600 Einwohner hat sich Hirschfeld mit seinen 435 Bürgern für den Bezirksentscheid qualifiziert. Der Steinbacher Gemeindeteil ist ein schönes Beispiel für ein langgestrecktes Waldhufendorf mit großzügigem Anger, auf dem in breiter Grünfläche außer der Kirche das Feuerwehrhaus, der Festplatz mit anschließendem Kinderspielplatz, drei Weiher, ein Kräutergarten und zwei Brunnen untergebracht sind. Dieser eindrucksvolle Bereich, sagten Michael Kestel und Robert Wachter, könnte als Ensemble im Sinne des Denkmalschutzgesetzes ausgewiesen werden. Auffallend ist der angenehm weitläufige, schon fast transparente Charakter des Dorfes, verursacht durch die weit auseinanderstehenden Höfe und das weitgehende Fehlen von Zäunen zwischen den einzelnen Anwesen. Herausragend ist auch hier die noch weitgehend intakte, historisch besonders wertvolle Kulturlandschaft mit den prägenden Geländefluren, die sich von Hofstellen durch das Offenland bis in die anschließenden Wälder ziehen.

In der Kategorie der Dörfer von 601 bis 3000 Einwohner hat sich Windheim mit seinen 862 Bürgern ebenfalls für den Bezirksentscheid qualifiziert. Der Ort zeichnet sich durch seine gute Infrastruktur aus. Diese beinhaltet zum einen die Versorgung des täglichen Bedarfs mit Metzger, Bäcker, den drei Gaststätten sowie einer Sparkassenfiliale, zum anderen die medizinische Versorgung mit Arzt, Zahnarzt und Apotheke. Aber auch die Bildungseinrichtungen wie die Grund- und Mittelschule sowie der Kindergarten mit Krippe für insgesamt 42 Kinder bieten zusammen gute Voraussetzungen, seinen Lebensmittelpunkt in Windheim zu behalten oder neu zu finden. Der kostenlose Abholservice des Kindergartens sei hier besonders hervorzuheben, da er eine Zusatzleistung darstelle, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie deutlich erleichtere und verbessere. Vor allem zeichnet sich Windheim durch ein aktives Vereinsleben aus. So existieren insgesamt 27 Vereine, die das kulturelle Leben im Ort entscheidend prägen.

Die im gesamten Ortskern gepflanzten großen Bäume durchgrünen den Ort angenehm. Auch Grünstreifen entlang des Straßenraums sind typische Elemente im Dorfbild. Die Hainbuchen-Hecke zwischen Friedhof und Schulgelände ist angenehm zurückhaltend und tritt nicht in Konkurrenz zu den bunt bepflanzten Gräbern. Außerdem belebt die Streuobstwiese den ortsrandnahen Bereich in dorftypischer Weise. Schließlich ist auch die Eingrünung des Sportgeländes gut gelungen und integriert den Bereich in die umgebende Landschaft. Die Siedlungslage von Windheim fügt sich harmonisch in die eingesenkte Tallage ein, geprägt vom Zusammenfluss der Quellbäche Krumbach und Ölschnitz.

Die Bewertungsbereiche gliederten sich in "Entwicklungskonzepte - wirtschaftliche Initiativen", "Soziales und kulturelles Leben, "Baugestaltung und -entwicklung", "Grüngestaltung und Grünentwicklung" sowie "Dorf in der Landschaft".

Wie Landrat Oswald Marr ausführte, biete dieser Wettbewerb eine große Chance für die heimischen Dörfer. Kaum ein anderer Wettbewerb stärke so das "Wir-Gefühl" und vermittle Aufbruchstimmung. Hier könnten Gemeinden mit ihren Bürgern gemeinsam die Zukunft aktiv gestalten, denn der Wettbewerb stelle Beispielhaftes heraus und rege zur Nachahmung an. Letztendlich beruhe der Erfolg auf Freiwilligkeit und der Eigenleistung der Bürger. Nicht Konzepte oder Verordnungen stünden im Mittelpunkt, sondern planvolles Agieren mit fachlicher Begleitung. Vor allem setze der Wettbewerb auf die Erhaltung und Entwicklung der Dörfer als landschaftsbezogenem Lebensraum, betonte der Landrat.

Ebenfalls würdigte er das Engagement der Kommissionsmitglieder Susanne Grebner, Heinz Hausmann, Rosa Zehnter, Michael Kestel, Beate Singhartinger, Robert Wachter, Edgar Bärenz und Klaus Schaumberg. Beide Orte erhalten jeweils 500 Euro für weitere Ausgaben beim Bezirksentscheid. Die Preise nahmen der ehemalige langjährige Gartenbauvorsitzende Wendelin Vetter aus Windheim sowie Steinbachs Bürgermeister Klaus Löffler entgegen. gf

aus "Neue Presse" vom 05.10.2016

Kategorien: Aktuelles